Ablutomania

Nina Resl

Video-Performance / Video-Installation mit Ton; 60Min. Loop / 2009

Sauberer Körper ist gleich sauberes Gewissen?

Das Waschen oder gar das sich Reinwaschen ist als eine Kulturtechnik verwurzelt in allen menschlichen Gesellschaftsformen. Sie weist oft über den unmittelbaren Nutzen der Säuberung hinaus und kennt als kulturelle Metapher unzählige mythologische und rituelle Formen der Ausprägung.

Über den Zeitraum einer einstündigen Handwasch-Performance wird die im Video gezeigte Haut zunehmend durch Wasser, Seife und eine Bürste lädiert, bis an einigen Stellen Blut hervortritt.

Die Videoarbeit überspitzt die Selbstreinigung und Körperhygiene ins Neurotische. Sie ist so ein Verweis auf die Erkrankung die dem Werk auch den Titel gibt: „Ablutomania“ (lat. für Ablutomanie, dt. der Waschzwang).

Diese Zwangsstörung ist meist Ausdruck einer Phobie vor Bakterien und Infektionen und wird darüber hinaus häufig als ein Reinwaschen von gefühlter Schuld imaginiert. Die Psychologie nennt dies „Macbeth-Effekt“. Im gleichnamigen Shakespeare-Stück wäscht sich die schlafwandelnde Lady Macbeth zwanghaft die Hände, auf denen sie, nach den von ihr angeordneten Morden, Blutflecken der vermeintlichen Opfer halluziniert.